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Meike heiratet in Kapstadt

11.04.2010

Das Abenteuer „Heiraten in Kapstadt“ beginnt. Zugegeben ist es nicht die Art Abenteuer, die man erwartet, wenn man zu einer Reise nach Südafrika aufbricht, aber für uns war es ein Abenteuer. In Frankfurt beginnt die Reise mit Etihad Airways über Abu Dhabi. Die Zeit ist für Südafrika- Flüge eher ungewöhnlich, denn wir starten bereits um 11:15 Uhr in Frankfurt. Planmäßig um 19:35 Uhr landen wir in Abu Dhabi. Leider ist es schon dunkel und wir können nicht wirklich etwas vom Land sehen, obwohl die Außenwände des Flughafengebäudes größtenteils aus Glas sind.

Nach einem kleinen Snack bei Burger King, schließlich muss auch die arabische Version dieser Fast-Food-Kette geprüft werden, geht es weiter zum Ziel unserer Reise – nach Kapstadt.

12.04.2010

Die Aufregung steigt stetig. Zwar ist alles gut organisiert, aber ich weiß trotzdem nicht genau, was mich erwartet. Man heiratet schließlich nicht jeden Tag am anderen Ende der Welt.

In Kapstadt angekommen, müssen wir die Einreiseformalitäten (den Stempel bekommen) erledigen. Der südafrikanische Beamte am Schalter fragt, was wir denn geplant haben in Südafrika und ich berichte ihm aufgeregt, dass wir übermorgen heiraten werden. Er ist sofort begeistert und wünscht uns einen tollen Aufenthalt und alles Gute. Das fängt doch schon mal gut an! Am Budget Schalter kommt erneut die Frage, woher wir kommen und ob wir Urlaub in Kapstadt machen. Auch hier erzähle ich wieder von unserer Hochzeit und die nette Mitarbeiterin von Budget freut sich mit uns und gibt uns sogar ein Mietwagenupgrade. Toll, diese Südafrikaner.

Wir machen uns auf den Weg, allerdings nicht zu unserem Gästehaus in Kapstadt, sondern nach Milnerton in ein Shoppingcenter. Hier treffen wir den Pfarrer Walter Schwär, der uns übermorgen trauen soll, zum Vorgespräch. Wir warten kurz und dann erscheint auch schon der Pfarrer und wir erzählen von uns. Es folgt die Frage, ob wir eine weltlich offene oder doch die kirchlich ausgerichtete Ansprache wünschen. Außerdem fragt uns Walter Schwär, ob es für uns in Ordnung sei, wenn er nicht im Anzug kommt, sonder etwas „lockerer“. Das ist für uns OK, denn wir kommen schließlich auch nicht im Brautkleid und Smoking. Dann ist alles geklärt und wir verabschieden uns. Heiraten in Südafrika ist einfach, denn man benötigt nur seinen Reisepass. Mittlerweile ist auch ein Ehefähigkeitszeugnis nötig, aber immer noch ist es sehr unkompliziert. Wir fahren nun endlich in unser Gästehaus und genießen den schönen Spätsommer in Kapstadt.

13.04.2010

Nach einem leckeren Frühstück wollen wir versuchen auf den Tafelberg zu fahren. Das ist immer ein bisschen Glücksache, denn manchmal ist der Berg so voller Wolken, dass man zwar hoch fahren kann, allerdings oben logischerweise nichts außer Wolken sehen kann. Wir haben Glück  und genießen die traumhafte Aussicht über die Stadt.
Weiter geht’s zum nächsten Termin. Heiraten in Südafrika heißt schließlich nicht, dass man völlig terminbefreit ist.

Wir treffen uns mit der Fotografin Lettalie und meiner Kollegin Karen. Um in Südafrika heiraten zu können, benötigt man zwei Trauzeugen. Da wir eigentlich nur Karen in Kapstadt kennen, haben wir kurzerhand die Fotografin ebenfalls zu unserer Trauzeugin ernannt. Lettalie ist etwas verwundert, als ich auf die Frage wer denn meine Haare und mein Make-up macht, mit „Ich natürlich“ antworte.

Auch ist es für sie ungewöhlich, dass wir nur ein Zimmer vor gebucht haben und nicht zwei. Südafrika ist eben konservativ. Nachdem die Details geklärt sind, machen wir uns auf den Weg nach Kommetjie (gesprochen Komikkie). Hier steht der „Slangkop“-Leuchtturm, auf dem wir morgen heiraten werden. Durch Camps Bay und Hout Bay fahren wir über den Chapmans Peak Drive. Ich bin diesen Weg schon so oft gefahren, aber immer wieder fasziniert mich diese Panoramastraße. Von einem der letzten Aussichtspunkte hat man einen unglaublichen Blick auf den Strand von Nordhoek und hier sehen wir ihn zum ersten Mal bewusst – den Leuchtturm.

Wir fahren durch Long Beach und erreichen das kleine und verschlafene Örtchen Kommetjie. Hier erkunden wir die Umgebung und die Kulisse verzaubert uns. Die Aufregung steigt weiter! Den Abend lassen wir in Hout Bay im Lookout Deck ausklingen.

14.04.2010

Es ist soweit. Heute wird geheiratet! Frühstücken kann ich heute nicht (mein Fast-Mann schon) und wir fahren noch schnell in einen Telefonladen, um uns eine Sim-Karte für das Handy zu kaufen. Wir wollen schließlich ein bisschen telefonieren in den nächsten Tagen. Wir hübschen uns an und warten dann bei einem entspannten Gin & Tonic auf Karen und Lettalie. Der „Southafrican Way of Life“ hat uns! Dann geht es los. Wir machen einige Fotos im Zimmer und dann fahren wir nach Kommetjie. Nach etwa einer dreiviertelstunde und etwas zu früh dran haben wir noch Zeit für weitere Fotos. Walter Schwär erscheint zusammen mit dem Leuchttumwärter, der uns aufschließt. Jetzt wissen wir auch, was er mit einem „lockeren“ Outfit miente, denn er trägt ein grünes Baumwollhemd mit vielen kleinen Elefanten drauf.

Im Innenraum des Leuchtturms steht ein wunderschönes Blumengesteck, Gläser und Sekt, sowie mein Brautstrauß bereit. Wir erklimmen den Leuchttum.

Immerhin ist der Slangkop Leuchtturm der höchste gusseiserne Leuchtturm an der südafrikanischen Küste. Da die Stufen für Highheels eher ungeeignet sind, geht es für mich barfuß weiter. Man muss schon ein bisschen schwindelfrei sein, denn die Kuppel ist komplett aus Glas und man hat einen fantastischen Blick. Schuhe wieder angezogen und dann geht’s auch schon los. Walter Schwär hält eine tolle Trauansprache. Schon faszinierend, dass er nur nach einem Gespräch das so passend auf uns ausrichten konnte. Zugegeben kann ich mich nicht mehr an alles erinnern, denn ich konnte das alles gar nicht so richtig wahrnehmen. Es ist doch alles sehr aufregend. Karen kommt auf unser Zuwinken mit den Ringen, denn sie spricht kein deutsch.

45 Minuten später sind wir verheiratet und auf Wolke 7. Unten stoßen wir erstmal mit dem Sekt an und ich merke wenig später, dass ich doch hätte frühstücken sollen. Die kommende Fotosession am Felsstrand wird lustig. Lettalie macht einen großartigen Job und wir bekommen tolle Bilder!

Anschließend fahren wir zusammen nach Simons Town. Hier gibt es eine kleine Pizzeria namens Pesacdo, die wir aus vergangenen Urlauben kennen und lieben gelernt haben. Hier haben wir einen Tisch reserviert und nachdem wir nochmal mit Karen und Lettalie anstoßen, sind wir allein und genießen eine großartige Pizza und leckeren Rotwein. Ein aufregender Tag geht zu Ende!

15.04.2010

Heute lasse ich mir das Frühstück nicht entgehen! Anschließend fahren wir in das Aquila Private Game Reserve, welches nur 2 Stunden von Kapstadt entfernt liegt. Nachmittags startet unsere erste Pirschfahrt. Wir sehen einige Impalas, einen (von zwei) Elefanten und einige Giraffen. Leider hat man sich hier im Aquila Reservat auf den Massentourismus ausgerichtet und die Tagesgäste werden mit entsprechenden Busladungen angekarrt. Der Speisesaal hat dann Bahnhofsatmosphäre. Idyllisch ist anders! Die Chalets sind ok, unser Honeymoon Chalet mit eigenem Plunge-Pool ist super! Wir sind zufrieden.

16.04.2010

Morgens starten wir zu einer weiteren Pirschfahrt, aber außer ein paar verschlafenen Zebras und Giraffen sehen wir nicht viel. Mittags relaxen wir in unserem Chalet und genießen die Sonne. Nachmittags haben wir dann etwas mehr Glück, denn wir sehen Hippos und eine Nashornmama mit ihrem Baby.
Da das Reservat eher klein ist, sind die Löwen in einem seperat eingezäunten Teil untergebracht. Das hat dann eher was von Safari Park als von Südafrika.

17.04.2010

Wir lassen die Morgenpirschfahrt ausfallen und schlafen aus. Schließlich sind wir ja nun im Honeymoon! Wir fahren zurück nach Kapstadt und checken erneut in unserem Gästehaus in Camps Bay ein. Hier war man so nett, das Blumengesteck und meinen Brautstrauß aufzubewahren, so dass wir die nächsten Tage noch etwas davon haben. In der Zwischenzeit hat auch eine Mitarbeiterin von Pfarrer Walter Schwär die offiziellen Dokumente unserer Eheschließung im Gästehaus abgeliefert. Wir fahren zur V&A Waterfront und schlendern am Hafen entlang.

18.04.2010

Wir fahren in die Long Beach Mall und wollen etwas shoppen, denn es ist sehr bewölkt heute. Auf dem Parkplatz klingelt mein Handy – das Büro ist dran. Meine liebe Kollegin klärt mich über die Aschewolke aus Island auf und eröffnet mir, dass unser Rückflug gestrichen wurde. Wir haben von alledem ja nichts mitbekommen und fallen aus allen Wolken. Wir freuen uns doch schon auf zu Hause, um endlich auch mit der Familie auf unsere Hochzeit anzustoßen. Daraus wird so schnell erstmal nichts. Zurück im Gästehaus klären wir ab, ob wir das Zimmer im Notfall noch etwas behalten können. Dies ist zum Glück kein Problem. Abends treffen wir uns mit Karen, die die Fotos von Lettalie mitbringt. Wir bekommen ein Album und eine CD mit den Fotos. Diese Investition hat sich wirklich gelohnt!

19.04.2010

Wir verfolgen nun aufmerksam die Berichtersttungen im Fernsehen und im Internet. Zum Glück stellen fast alle südafrikanischen Gästehäuser Ihren Gästen kostenloses Internet zur Verfügung. Da wir sowieso nichts tun können, fahren wir auf den Signal Hill und sehen die Stadt wieder aus einer anderen Perspektive. Die Sonne scheint, aber man spürt, dass es Herbst ist. Anschließend fahren wir den Berg runter und spazieren um das neue Stadion in Kapstadt. Das ist schon beeindruckend.

20.04.2010

Früh morgens fahren wir mit gepackten Koffern zum Flughafen. Am Telefon hat man leider nur die Auskunft erhalten, dass man sich am Flughafen melden soll. Hier erfahren wir, dass alle Gäste mit Endziel Europa bis auf weiteres nicht befördert werden und sich bitte täglich am Flughafen nach dem neuesten Stand erkundigen sollen. Langsam wird auch mir bewusst, dass es nicht so einfach sein wird, nach Hause zu kommen.

21.04.2010

Und wieder geht’s zum Flughafen mit gepacktem Koffer und wieder erhalten wir die unbefriedigende Aussage, dass wir heute wieder nicht fliegen können. Auch wenn die Flughäfen wieder aufmachen, würden wir erst einen Rückflug in etwa einer Woche bekommen können, weil die Maschinen vorher ausgebucht sind. Zurück im Gästehaus erfahren wir durch die Medien, dass einige Fluggesellschaften den Flugbetrieb wieder aufgenommen haben, da sie unter der Wolke fliegen. Ich verständige mich mit dem Büro. Wir finden einen Rückflug für Morgen Abend mit Emirates von Kapstadt über Dubai nach Istanbul. Von Istanbul können wir mit Sunexpress nach Münster fliegen. Wir buchen.

22.04.2010 – 24.04.2010

Tatsächlich fliegen wir abends um 18:00 Uhr mit Emirates nach Dubai. Wir landen etwa um halb sechs morgens in Dubai und haben ganze zehn Stunden Aufenthalt. Der Flughafen bietet glücklicherweise einige Liegen, so dass man tatsächlich auch dort etwas schlafen kann. Weiter geht es nach Istanbul, wo wir um etwa 18:00 Uhr Ortszeit landen. Nun müssen wir den Flughafen wechseln und fahren mit einem Taxi einmal durch die Stadt. Dabei wechseln wir sogar den Kontinent. Am Flughafen angekommen erfahren wir, dass der Sunexpressflug nach Münster Verspätung hat. Jetzt kommts auf eine Stunde mehr oder weniger auch nicht mehr an. Endlich landen wir um 03:30 in Münster. Nach einer Reiseziet von gut 33 Stunden kommen wir todmüde aber glücklich zu Hause an. Eine aufregende Reise geht zu Ende!

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